Blog · Karte & Nebel
Karten für D&D erstellen: Editor, Inkarnate, Foto oder KI?
Eine Battlemap für D&D kommt in Heldentisch auf vier Wegen zustande: im Karteneditor aus Kacheln und Objekten, als hochgeladenes Bild aus Inkarnate oder Dungeondraft, als Foto einer gezeichneten Papierkarte oder aus einer Textbeschreibung im KI-Kartengenerator. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie viel Zeit ihr habt und ob Nebel und Wände mitspielen sollen.
Weg 1: Karteneditor
Eine Battlemap ist die Rasterkarte im 5-Fuß-Maßstab, auf der Kämpfe ausgespielt werden. Der Karteneditor ist der Weg dorthin ohne Fremdmaterial. Der Spielleiter schaltet den Bauen-Modus ein, wählt aus 110 Böden und 74 Objekten (Stand 2. August 2026) und malt mit Finger oder Maus direkt auf die Karte. Ein Suchfeld findet „Fackel“ oder „Dielen“, Rückgängig nimmt 30 Striche zurück. Wände, Bäume und geschlossene Türen blockieren die Sicht von selbst, weil der Server weiß, was eine Wand ist. Kartengröße: 4 bis 100 Felder.
Aufwand: Ein Raum mit zwei Türen und ein paar Möbeln steht bei mir in zwei Minuten. Ein Dungeon mit acht Räumen dauert eine Viertelstunde, wenn ich mich nicht in der Möblierung verliere. Ergebnis: Kacheloptik, eher schematisch als malerisch, dafür sofort spielbar mit Nebel, Wänden und Türen. Wofür: Improvisation mitten in der Sitzung, kleine Begegnungen, alles, was spontan gebraucht wird. Wie der Editor im Einzelnen arbeitet, steht im Beitrag zum Karteneditor.
Weg 2: Bildkarte aus Inkarnate oder Dungeondraft
Inkarnate läuft im Browser, Dungeondraft als Programm auf dem eigenen Rechner. Beide zeichnen Karten mit Texturen, Licht und Details, und beide geben am Ende ein Bild aus. Genau das nimmt Heldentisch seit dem 16. Juli 2026 entgegen: JPEG, PNG oder WebP als Hintergrund der Karte, darüber das 5-Fuß-Raster. Hochgeladen wird im Reiter Karten.
Das Raster ist die einzige Arbeit. Mit dem Werkzeug Raster zieht ihr ein Rechteck über genau ein Feld des Bildes, Zellgröße und Versatz stellen sich daraus ein. Sitzt es fast, schiebt Versatz das Bild unter dem Raster zurecht. Wände kennt eine Bildkarte nicht; wer den Nebel des Krieges will, zieht sie im Bauen-Modus als unsichtbare Wände und Türen nach. Für einen Dungeon mit 10 Räumen brauche ich dafür beim Testen fünf bis 10 Minuten.
Aufwand: die Zeichenzeit im anderen Werkzeug, dazu eine Minute fürs Raster und die Wände. Ergebnis: die schönste Karte der vier Wege. Wofür: vorbereitete Bosskämpfe, Schauplätze, die die Gruppe öfter besucht, und Karten, die ihr sowieso schon habt. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Bildkarten hochladen.
Weg 3: Foto der Papierkarte
Wer seine Karten mit Bleistift auf Kästchenpapier zeichnet, muss damit nicht aufhören. Foto machen, hochladen, das Raster mit demselben Werkzeug auf die Kästchen legen. Technisch ist es dieselbe Bildkarte wie bei Weg 2.
Zwei Dinge lohnen sich. Von oben fotografieren, bei Tageslicht, sonst verzerrt die Perspektive das Raster und die Felder passen links, aber nicht rechts. Und die Kästchen groß genug zeichnen, damit die Tokens Platz haben. Heldentisch verkleinert das Bild vor dem Hochladen selbst, ein Handyfoto ist deshalb kein Problem.
Aufwand: eine Minute, wenn die Karte schon gezeichnet ist. Ergebnis: eure Handschrift auf allen Tablets. Wofür: Runden, die vom Papier kommen und den Nebel ausprobieren wollen, ohne neu zu bauen.
Weg 4: KI-Kartengenerator
Der KI-Kartengenerator nimmt eine Beschreibung entgegen, „Verlassener Zwergen-Bergfried im Gebirge: große Halle mit Thron, Schmiede, Schatzkammer, eingestürzter Osttrakt“, und baut daraus in ein bis drei Minuten eine Karte aus denselben Kacheln wie der Editor: geschlossene Räume, Türen, passende Böden, Objekte an sinnvollen Stellen. Übermittelt wird nur der Beschreibungstext. Die Karte lässt sich danach im Editor umbauen, und Nebel, Wände und Türen funktionieren wie bei Weg 1, weil es dieselben Kacheln sind.
Aufwand: einen Satz schreiben, warten, nachbessern. Es läuft immer nur eine Generierung gleichzeitig auf dem Server, und das Fenster muss dabei offen bleiben. Ergebnis: Kacheloptik mit einem Grundriss, den ich mir so nicht ausgedacht hätte. Wofür: alles zwischen Improvisation und Vorbereitung, wenn der Kopf leer ist und der Abend in 10 Minuten beginnt. Mehr dazu im Beitrag zum KI-Kartengenerator.
Die vier Wege im Vergleich
| Weg | Zeit | Nebel und Wände | Wofür |
|---|---|---|---|
| Karteneditor | 2 bis 15 Minuten | Ja, Wände und Türen blockieren von selbst | Improvisation, kleine Begegnungen |
| Bild aus Inkarnate oder Dungeondraft | Zeichenzeit, dazu 1 Minute Raster und die Wände | Ja, Wände als unsichtbare Blocker nachziehen | Vorbereitete Bosskämpfe, wiederkehrende Orte |
| Foto der Papierkarte | 1 bis 2 Minuten bei fertiger Zeichnung | Ja, wie bei der Bildkarte | Runden, die vom Papier kommen |
| KI-Kartengenerator | 1 bis 3 Minuten, dazu Nachbessern | Ja, wie im Editor | Leerer Kopf, wenig Zeit, Vorlage zum Umbauen |
Die Zeiten sind meine, gemessen beim Testen und beim Zuschauen an unserem Tisch. Wer schneller malt oder länger an der Beleuchtung feilt, landet woanders.
Welcher Weg wann passt
Spontan, mitten in der Sitzung: KI-Generator oder Editor. Als Merrywen beschloss, den Wachturm zu erklimmen, den niemand vorbereitet hatte, tippte Henrik „Wachturm, drei Stockwerke, Wendeltreppe, Dach mit Zinnen“ und redete zwei Minuten über das Wetter, während wir warteten. Als die Karte da war, schob er im Editor zwei Kisten und eine Fackel nach.
Vorbereiteter Bosskampf: Bildkarte. Für das Finale in der Drachenhöhle hat Henrik einen Abend in Inkarnate verbracht, am Spieltag das Raster in einer Minute ausgerichtet und die Wände nachgezogen. Mit Nebel des Krieges betraten wir die Höhle Kammer für Kammer, und der Drache lag im Dunkel, bis Cedrics Laterne ihn erreichte. Von den nachgezogenen Wänden habe ich am Tablet nichts gesehen, nur dass die Sicht an ihnen endete. Wie unsichtbare Wände und Türen auf Bildkarten funktionieren, steht im Beitrag Unsichtbare Wände, Türen und Raum aufdecken.
Papierrunden: Foto. Wer bisher alles gezeichnet hat, verliert nichts, wenn die Zeichnung am Tablet weiterlebt.
Unsere erste KI-Karte war eine Waldlichtung mit Ruine, entstanden beim gemeinsamen Ausprobieren am Laptop des Spielleiters. Aerendils Spieler beschwerte sich, dass die Ruine nur zwei Wände hatte, also malte der Spielleiter im Editor eine dritte und setzte einen Brunnen dazu. 20 Sekunden. Seitdem gilt bei uns: Die KI liefert den Grundriss, der Editor den Feinschliff. In Kurzform steht das auch in Schritt 4 der Anleitung.
Häufige Fragen
Kann ich Inkarnate-Karten in Heldentisch nutzen?
Ja. Die Karte in Inkarnate als Bild exportieren, JPEG oder PNG, und in Heldentisch im Reiter Karten als Kartenbild hochladen. Heldentisch legt das 5-Fuß-Raster darüber, Tokens bewegen sich wie gewohnt. Dasselbe gilt für Dungeondraft und jedes andere Werkzeug, das am Ende ein Bild ausgibt.
Wie bekomme ich das Raster passend auf mein Kartenbild?
Mit dem Werkzeug Raster: ein Rechteck über genau ein Feld des Bildes ziehen, Zellgröße und Versatz stellen sich daraus selbst ein. Passt es nicht ganz, verschiebt das Werkzeug Versatz das Bild unter dem Raster, bis die Felder sitzen. Beides geht per Maus oder Finger, Zoom und Ausschnitt springen dabei nicht weg.
Funktionieren Wände und Nebel des Krieges auf Bildkarten?
Ja, mit einem Handgriff. Ein Bild weiß nicht, wo seine Wände sind. Der Spielleiter zieht sie deshalb im Bauen-Modus als unsichtbare Wände und Türen nach; Spieler sehen die Blocker nie, aber Sicht und Bewegung halten sich daran. Danach arbeiten beide Nebel-Modi, Raum aufdecken und Türen genauso wie auf Karten aus dem Editor.