Blog · Karte & Nebel

Karten aus einem Satz: wie der KI-Kartengenerator arbeitet

Handgezeichnete Dungeon-Karte auf Pergament mit Räumen, darüber eine Schreibfeder, daneben Tintenfass und Würfel

Der KI-Kartengenerator ist ein Werkzeug im Karteneditor von Heldentisch: Der Spielleiter beschreibt einen Ort in ein bis zwei Sätzen, ein KI-Modell von Anthropic setzt daraus in ein bis drei Minuten Boden und Objekte zu einer spielbaren Karte zusammen, mit geschlossenen Räumen, Türen und passenden Böden. Übermittelt wird nur der Beschreibungstext, und die Karte lässt sich danach im Editor ändern.

So läuft eine Generierung ab

Im Karten-Bereich der Seitenleiste steht der Abschnitt KI-Kartengenerator mit einem Textfeld. Der Platzhalter darin ist mein Beispiel für eine gute Beschreibung, deshalb steht es auch auf der Funktionen-Seite: „Verlassener Zwergen-Bergfried im Gebirge: große Halle mit Thron, Schmiede, Schatzkammer, eingestürzter Osttrakt“. Text eingeben, auf Karte generieren tippen, der Knopf wechselt auf Generiere….

Jetzt ein bis drei Minuten warten, und zwar mit offenem Fenster. Auf dem Server läuft immer nur eine Generierung gleichzeitig; wer eine zweite startet, wartet, bis die erste fertig ist. Das Ergebnis ist eine neue Karte in der Kartenliste, bestehende Karten bleiben unberührt. Von dort geht es wie mit jeder anderen Karte weiter: aktivieren, Tokens setzen, Nebel einschalten oder erst noch im Karteneditor nacharbeiten.

Was die KI baut und was nicht

Das Modell malt keine Bilder. Es arbeitet mit denselben 110 Bodentexturen und 74 Objekten wie der Editor und entscheidet Feld für Feld, was wohin gehört. Räume werden mit Wänden geschlossen und bekommen Türen, Innenräume einen passenden Boden, Objekte stehen dort, wo sie Sinn ergeben: Bäume im Wald, Möbel in Räumen, Fackeln an Wänden. Weil es dieselben Kacheln sind, gelten auch dieselben Regeln für Sicht und Bewegung, und der Nebel des Krieges funktioniert auf einer KI-Karte ohne weiteres Zutun.

Maße sind Wünsche, keine Vorgabe. Die KI wählt Breite und Höhe passend zur Beschreibung, aber wer eine Halle von genau 12 mal 8 Feldern braucht, zieht sie hinterher im Editor nach. Und bei sehr langen Beschreibungen kann die Karte zu groß werden; dann bricht die Generierung ab, und die Beschreibung muss kürzer werden.

Für den Bergfried, in dem Brunhild den Hammer ihres Clans suchen sollte, hat Henrik den Platzhalter fast wörtlich übernommen, hat er uns hinterher erzählt. Drei Minuten später stand die Halle mit Thron da, die Schmiede hatte einen Amboss, der Osttrakt lag unter Trümmern. Die Schatzkammer hat er um zwei Felder verkleinert und eine zweite Tür eingezogen, damit Merrywen einen Hintereingang findet. Zehn Minuten Arbeit statt einer Stunde.

Gute Beschreibungen und schlechte

Die Qualität der Karte hängt fast nur an der Beschreibung. Vier Dinge gehören hinein: der Ort, die Räume oder Bereiche, die Stimmung und eine Vorstellung von der Größe. Alles, was fehlt, muss die KI raten, und sie rät anders als ihr.

BeschreibungWas dabei herauskommt
„Dungeon“Kein Ort, keine Räume, keine Stimmung. Die KI erfindet alles selbst, und das Ergebnis passt selten zum Abenteuer.
„Waldlichtung mit Bachlauf und verfallener Hütte“Ort, Gelände und ein Gebäude. Reicht für eine kleine Karte mit einem Kampf.
„Verlassener Zwergen-Bergfried im Gebirge: große Halle mit Thron, Schmiede, Schatzkammer, eingestürzter Osttrakt“Ort, Umgebung, vier Räume und ein Zustand. Jede Angabe wird ein Teil der Karte.
Ein halber Roman mit 15 Räumen und Geschichte zu jedemZu groß. Die Generierung bricht ab oder die Karte wird unhandlich. Auf zwei Sätze kürzen.

Stimmung heißt nicht Prosa. „Verlassen“, „eingestürzt“, „überwuchert“ reichen, damit Trümmer statt Möbel in den Räumen liegen. Beschreib nur das, was auf der Karte zu sehen sein soll, und lass die Vorgeschichte weg; die kennt die Gruppe sowieso vom Tisch.

Was übermittelt wird und was es kostet

An das KI-Modell geht der Beschreibungstext, sonst nichts. Keine Charakterbögen, keine Spielernamen, keine anderen Karten, kein Chat. Das Modell antwortet mit der Karte, der Server legt sie im Spiel ab, und damit ist der Vorgang beendet.

Für euch kostet eine Karte nichts. Für den Betrieb schon: Jede erzeugte Karte verursacht beim KI-Anbieter Kosten, die derzeit privat getragen werden, zusammen mit Server und Domain. Das ist der Grund, warum es auf der Seite Unterstützen um Spenden geht, und warum ich empfehle, für den Marktplatz, der in zehn Minuten von Hand gemalt ist, den Editor zu nehmen und den Generator für den Bergfried aufzuheben. Wie sich Editor, Generator und andere Wege zur Karte vergleichen, steht im Ratgeber D&D-Karten erstellen; die kurze Antwort zum Generator auch in den häufigen Fragen.

Häufige Fragen

Was wird an die KI geschickt?

Nur der Beschreibungstext, den der Spielleiter in das Feld des KI-Kartengenerators eingibt. Charakterbögen, Spielernamen, Chat-Nachrichten und andere Karten des Spiels bleiben auf dem Heldentisch-Server. Das Modell von Anthropic erhält die Beschreibung, antwortet mit Boden und Objekten für eine Karte, und der Server legt diese Karte im Spiel ab.

Kostet der KI-Kartengenerator etwas?

Für Spielleiter und Spieler nichts, wie alles in Heldentisch. Für den Betrieb verursacht jede erzeugte Karte Kosten beim KI-Anbieter, die derzeit privat getragen werden. Freiwillige Spenden sollen dafür sorgen, dass der Generator auch dann kostenlos bleibt, wenn mehr Gruppen ihn nutzen. Er ist an keine Zahlung gebunden und schaltet nichts frei.

Kann ich das Ergebnis der KI ändern?

Ja, vollständig. Die generierte Karte ist eine normale Karte aus Bodentexturen und Objekten und landet in der Kartenliste des Spielleiters. Im Bauen-Modus des Karteneditors lassen sich Räume vergrößern, Türen versetzen, Objekte löschen oder ergänzen und die Kartengröße ändern. Auch Nebel des Krieges und DM-Notizen funktionieren wie auf jeder selbst gebauten Karte.

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