Blog · Karte & Nebel
Nebel des Krieges: zwei Modi, Sichtlinien und was Spieler nie zu sehen bekommen
Der Nebel des Krieges legt die Battlemap für die Spieler ins Dunkel und gibt nur frei, was ihre Figur gerade sehen kann. In Heldentisch schaltet der Spielleiter ihn pro Karte ein, wählt zwischen zwei Spielarten und stellt die Sichtweite in Feldern ein. Was im Nebel liegt, wird nicht ausgeblendet, sondern gar nicht erst an die Geräte der Spieler geschickt.
Warum überhaupt Nebel
Am Papiertisch ist der Nebel gratis. Henrik zeichnet den Gang erst, wenn die Gruppe hineinschaut. Auf einer digitalen Karte liegt dagegen alles von Anfang an offen, der Bosskampf im Nordflügel inklusive. Der Nebel bringt das Papier-Gefühl zurück: Die Karte entsteht beim Erkunden, und die Schurkin, die voranschleicht, weiß mehr als der Kleriker drei Felder hinter ihr.
Bei uns hat das den Ton der Erkundung verändert. Vorher hat die Gruppe Räume abgehakt. Jetzt fragt Merrywen, unsere Halbling-Schurkin, vor jeder Tür, ob sie erst lauschen darf. Wie die Karte selbst funktioniert, steht im Beitrag zur geteilten Battlemap.
Wie Heldentisch die Sicht berechnet
Für jedes Feld der Karte prüft der Server, ob zwischen der Figur und diesem Feld eine freie Linie liegt. Wände, Bäume, Türen und andere blickdichte Objekte unterbrechen sie. Dazu kommt die Sichtweite: Voreingestellt sind 6 Felder, also 30 Fuß, und der Wert lässt sich pro Karte ändern. Ein Feld ist sichtbar, wenn beides stimmt, freie Linie und innerhalb der Sichtweite.
Gerechnet wird auf dem Server, nicht im Browser. Das ist der Grund, warum der Nebel dicht hält.
Zwei Spielarten: „Erkundet bleibt sichtbar“ und „Nur Sichtfeld“
Beide Modi nutzen dieselbe Sichtberechnung. Sie unterscheiden sich darin, was mit dem Gesehenen passiert, wenn die Figur weitergeht.
| Erkundet bleibt sichtbar | Nur Sichtfeld | |
|---|---|---|
| Was Spieler sehen | Alles, was die Gruppe schon einmal gesehen hat | Nur, was die eigene Figur in diesem Moment sieht |
| Gleich für alle? | Ja, die Gruppe teilt sich eine aufgedeckte Karte | Nein, jeder Spieler sieht seine eigene Sicht |
| Gespeichert? | Ja, der aufgedeckte Bereich bleibt in der Karte | Nein, wird für jede Figur live gerechnet |
| Pinsel des Spielleiters | Ja, auf- und zudecken von Hand | Nein, die Sicht folgt allein der Figur |
| Passt zu | Dungeons, die sich Raum für Raum füllen sollen | Kundschaften, Dunkelheit, getrennte Gruppen |
Ich halte „Nur Sichtfeld“ für die spannendere Variante, würde sie aber nicht als Standard empfehlen. Sie kostet Orientierung: Wer drei Runden lang hinten stand, hat keine Karte im Kopf und fragt nach. Für die meisten Dungeons ist „Erkundet bleibt sichtbar“ der bequemere Modus. Die Karte zeichnet sich Raum für Raum selbst, und niemand muss sich merken, wo die Treppe war. Henrik hebt sich den Sichtfeld-Modus für Szenen auf, in denen die Trennung der Gruppe Teil der Spannung ist.
Was der Server verschweigt
Ein Nebel, der nur auf dem Bildschirm dunkel gemalt ist, lässt sich mit den Entwicklerwerkzeugen des Browsers wegklicken. Heldentisch macht es anders. Der Server hält den kompletten Spielstand und schickt jedem Gerät nur den Ausschnitt, den es sehen darf. Tokens im Nebel, versteckte Monster und Notizen des Spielleiters sind in den Daten am Tablet nicht enthalten. Es gibt nichts zu schummeln, weil nichts da ist.
Dasselbe Prinzip gilt für den Vorhang. Wechselt der Spielleiter die Karte, sehen die Spieler „Der Spielleiter bereitet die Karte vor…“, bis er freigibt. Vorher bekommen ihre Geräte keine Kartendaten, und der Spielleiter kann in Ruhe Tokens setzen und nachmalen. Charakterbogen, Würfel und Chat bleiben derweil nutzbar.
Nebel führen, ohne den Abend zu bremsen
- Vorschau vor dem Zug: Die Sichtfeld-Vorschau zeigt dem Spielleiter, was eine Figur von einem Feld aus sehen würde. So prüft er, ob die Falle wirklich erst hinter der Ecke sichtbar wird.
- Pinsel für Ausnahmen: Im geteilten Modus deckt der Spielleiter Bereiche von Hand auf oder wieder zu. Ein Fenster, durch das die Gruppe in die Halle blickt, ist so in zwei Sekunden erledigt. Pinselstriche lassen sich 30 Schritte weit zurücknehmen.
- Sichtweite als Stimmung: 6 Felder sind Fackellicht. Für eine Höhle ohne Licht stellt Henrik die Karte auf 2 oder 3 Felder, und wir rücken von selbst zusammen.
- Nebel auslassen dürfen: Für den Marktplatz, auf dem sowieso alle alles sehen, bleibt er aus. Wie ihr ihn beim Vorbereiten einschaltet, steht in Schritt 4 der Anleitung.
Eine Übersicht aller Nebel-Werkzeuge findet ihr auf der Funktionen-Seite. Wer die Karte dafür erst noch bauen muss: So funktioniert der Karteneditor.
Häufige Fragen
Ist der Nebel des Krieges standardmäßig eingeschaltet?
Nein. Eine neue Karte liegt offen da. Der Spielleiter schaltet den Nebel pro Karte in der Werkzeugleiste ein und wählt dabei „Erkundet bleibt sichtbar“ oder „Nur Sichtfeld“. Karten ohne und Karten mit Nebel können in derselben Runde nebeneinander liegen.
Sehen alle Spieler denselben Nebel?
Im Modus „Erkundet bleibt sichtbar“ ja, die Gruppe teilt sich eine aufgedeckte Karte. Im Modus „Nur Sichtfeld“ nein, jeder Spieler sieht ausschließlich das, was seine eigene Figur gerade sieht. Der Server berechnet die Sicht für jede Figur getrennt.
Kann ein Spieler den Nebel im Browser umgehen?
Nein. Der Server schickt an das Gerät eines Spielers nur die Felder, Tokens und Informationen, die seine Figur sehen darf. Verdeckte Bereiche sind in den übertragenen Daten nicht enthalten, deshalb gibt es auch mit Entwicklerwerkzeugen nichts aufzudecken.