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D&D online spielen mit Discord und Heldentisch: Anleitung, auch für gemischte Runden
D&D online spielen geht mit Heldentisch genauso wie am Küchentisch: Der Spielstand liegt auf dem Server, jeder öffnet denselben Spiel-Code im Browser, und die Stimme läuft nebenher über Discord. Eine reine Online-Runde ist in sieben Schritten aufgebaut, und wenn ein Teil der Gruppe am Tisch sitzt und der Rest zugeschaltet ist, kommen zwei Ergänzungen dazu.
Warum online und am Tisch für Heldentisch dasselbe ist
Eine Online-Runde ist in Heldentisch dasselbe Spiel wie eine Runde am Tisch, nur stehen die Geräte woanders. Der Spielstand liegt auf dem Server in Deutschland, nicht auf einem Tablet. Der Spielleiter legt ein Spiel an und bekommt einen Spiel-Code mit 6 Zeichen. Wer ihn eingibt, sieht dieselbe Karte, dieselbe Initiative und denselben Feed, ob im Zimmer nebenan oder drei Bundesländer weiter. Wie die Codes funktionieren und warum kein Konto nötig ist, steht im Beitrag Spiel-Code statt Konto.
Am Tisch liegt das Gemeinsame in der Mitte. Online muss jedes Gerät es selbst zeigen, und genau das tut die Battlemap ohnehin. Niemand beschreibt mehr, wo die Gegner stehen, weil alle es sehen.
Eine reine Online-Runde aufbauen
So haben wir es eingerichtet, als zum ersten Mal niemand im selben Raum saß. Die Reihenfolge ist nicht heilig, sie erspart nur das Durcheinander der ersten zehn Minuten.
- Sprachkanal öffnen: Ein Discord-Sprachkanal oder das Sprachprogramm, das die Runde ohnehin nutzt. Heldentisch überträgt keine Stimme, dazu unten mehr. Am Tablet läuft Discord als App neben dem Browser, am Laptop als zweites Fenster.
- Spiel anlegen, Code verschicken: Der Spielleiter erstellt das Spiel auf heldentisch.de und schreibt den Spiel-Code in den Textkanal der Runde. Wer schon dabei war, trägt seinen Charakter-Code ein und hat seinen Bogen wieder.
- Spielleiter mit zwei Fenstern: Im ersten die Spielleiter-Ansicht mit Karten, Monstern und Notizen. Im zweiten die Tischansicht (Beamer), dieselbe Seite, die sonst am Fernseher hängt. Sie zeigt nur, was die Gruppe sehen darf, und ist online sein Kontrollblick: Was dort steht, steht auch bei den Spielern. Zwei Bildschirme sind bequem, ein geteilter reicht.
- Handouts statt Zeigen: Den Brief, das Siegel, die Skizze der Ruine kann niemand über den Tisch reichen. Der Spielleiter blendet Bild oder Text als Handout ein, alle sehen es auf ihrem Gerät.
- Nebel des Krieges einschalten: Online gibt es keinen Sichtschirm und keine Hand, die den Zettel zuhält. Der Nebel des Krieges übernimmt das: Der Server schickt an die Spieler-Geräte nur die Felder und Tokens, die ihre Figur sieht. Was im Nebel liegt, ist in den Daten nicht enthalten, auch nicht für neugierige Entwicklerwerkzeuge.
- Flüstern an den Spielleiter: Der Zettel unter dem Tisch heißt im Chat Flüstern. Merrywen sagt Henrik so, dass sie den Beutel des Händlers durchsucht, während Cedric im Sprachkanal noch verhandelt. Die anderen bekommen die Nachricht nicht, der Server schickt sie ihnen gar nicht erst.
- Fingerzeig statt Finger: Ein Feld lange drücken setzt eine Markierung, die alle sehen. „Da, an der Säule“ funktioniert damit auch ohne gemeinsame Tischplatte.
Der Abend, an dem Cedric aus dem Urlaub kam
Im August fehlte Cedric, unser Kleriker, zwei Wochen lang wegen Urlaub. Er hat sich trotzdem zugeschaltet: Handy mit Discord auf dem Balkontisch, Heldentisch im Browser daneben, Charakter-Code eingetippt, Bogen war da. Wir anderen vier saßen mit Henrik am Tisch, die Karte lief am Fernseher. Cedric sah dieselbe Karte auf seinem Handy, zog seinen Kleriker selbst durch die Krypta und wirkte seine Zauber aus dem Zauberbuch, der Feed meldete es allen. Der einzige Unterschied zu sonst: Er musste zweimal fragen, ob wir ihn noch hören.
Gemischte Runde: ein Teil am Tisch, ein Teil zugeschaltet
Die gemischte Runde ist bei uns der häufigste Fall, und sie braucht nur zwei Ergänzungen.
Erstens ein Gerät am Tisch, das im Sprachkanal hängt. Ein Laptop in der Tischmitte mit offenem Mikrofon reicht, damit die Zugeschalteten die Runde hören und die Runde sie. Zweitens die Tischansicht am Fernseher oder Beamer, damit die Leute am Tisch auf eine große Karte schauen statt auf vier kleine. Wie ihr sie einrichtet, steht im Beitrag Tischansicht für Beamer und Fernseher.
Für Heldentisch ist das derselbe Abend: ein Spiel-Code, eine Initiative, ein Feed. Die Zugeschalteten sehen die Karte auf dem eigenen Gerät, die am Tisch auf dem Fernseher und auf dem Tablet.
| Am Tisch | Zugeschaltet | |
|---|---|---|
| Karte | Fernseher oder Beamer, dazu das eigene Tablet | Eigenes Gerät im Browser |
| Stimme | Im Raum, ein Laptop trägt sie in den Sprachkanal | Discord oder ein anderes Sprachprogramm |
| Bogen, Würfel, Zauber | Eigenes Gerät | Eigenes Gerät |
| Nachricht an den Spielleiter | Zettel oder Flüstern | Flüstern im Chat |
| Was der Spielleiter verbirgt | Sichtschirm und Nebel des Krieges | Nur der Nebel, und der reicht |
Was bewusst fehlt: Stimme und Video
Heldentisch hat keine eigene Sprach- oder Videofunktion, und das bleibt so. Discord und die anderen Sprachprogramme machen das seit Jahren, jede Runde hat eines, und ich würde es nur schlechter nachbauen. Der wichtigere Grund: Heldentisch soll Karte, Bögen und Würfel sein, nicht das Fenster, in dem ihr euch seht. Am Tisch schaut ihr euch sowieso an. Online läuft die Stimme in einem Programm, das dafür gemacht ist, und die Karte in einem, das dafür gemacht ist.
Ein Nebeneffekt, den ich schätze: Heldentisch lässt sich mit jedem Sprachprogramm kombinieren. Wer Discord nicht mag, nimmt etwas anderes. Die Karte merkt davon nichts.
Kniffe für den Online-Abend
- Kartenwechsel mit Vorhang: Wechselt der Spielleiter die Karte, sehen die Spieler „Der Spielleiter bereitet die Karte vor…“, bis er freigibt. Online ist das die Pause, in der Henrik Monster setzt, während wir im Sprachkanal weiterreden. Bogen, Würfel und Chat bleiben derweil nutzbar.
- „Du bist dran“-Signal: Wer im Kampf an der Reihe ist, bekommt einen Doppelton und eine Vibration. Liegt Heldentisch im Hintergrund, weil gerade Discord vorne ist, blinkt die Titelzeile des Browsers. Niemand muss „Aerendil, du bist“ in den Kanal rufen.
- Auto-Neuladen: Nach einem Heldentisch-Update lädt sich die Seite selbst neu, Zoom und Kartenausschnitt bleiben erhalten. Bricht die Verbindung kurz ab, versucht es die Seite alle paar Sekunden erneut, bis der Server wieder antwortet. Bei wackligem Hotel-WLAN ist das der Unterschied zwischen „kurz weg“ und „wo war ich“.
- Codes in der Runde lassen: Wer vom Tablet aufs Handy wechselt, braucht Spiel-Code und Charakter-Code, beide stehen in der Seitenleiste. Sie gehören in den Textkanal der Runde, wo nur die Runde mitliest. Wer den Spiel-Code hat, ist im Spiel.
- Chronik für die, die gefehlt haben: Der Spielleiter lädt die letzte Sitzung als Datei herunter und lässt eine KI eine Zusammenfassung schreiben. Wer beim nächsten Mal wieder dabei ist, liest sie vorher im Textkanal.
Für Fragen zum Aufbau gibt es unseren Discord-Server „Die Taverne nebenan“, dort lese ich selbst mit. Was Heldentisch für Online-Runden mitbringt, steht gesammelt auf der Funktionen-Seite, kurze Antworten zu Geräten und Verbindungsabbrüchen in den häufigen Fragen.
Häufige Fragen
Brauchen wir Roll20 oder ein anderes VTT zusätzlich?
Nein. Heldentisch bringt für die Online-Runde alles mit, was ein virtueller Spieltisch braucht: Battlemap mit Tokens, Nebel des Krieges, Charakterbögen, Würfel, Initiative und Chat. Was fehlt, ist allein die Stimme, und die läuft über Discord oder ein anderes Sprachprogramm. Zwei Karten in zwei Programmen pflegt am Ende niemand.
Wie sprechen wir miteinander?
Über ein Sprachprogramm eurer Wahl, meist Discord. Heldentisch hat bewusst keine eigene Sprach- oder Videofunktion. Am Tablet läuft Discord als App neben dem Browser, am Laptop als zweites Fenster. Für kurze Nachrichten während des Spiels gibt es den Chat in Heldentisch, mit Flüstern an den Spielleiter oder an einzelne Spieler.
Geht auch gemischt, ein Teil am Tisch, ein Teil online?
Ja, mit demselben Spiel-Code. Die Leute am Tisch nutzen ihre Tablets und die Tischansicht am Fernseher, die Zugeschalteten ihr eigenes Gerät. Ein Laptop am Tisch hängt im Sprachkanal, damit beide Seiten sich hören. Karte, Initiative und Würfe sind für alle derselbe Stand, der Spielleiter muss nichts doppelt führen.